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29.04.2020 | 

Verbindung via Videotelefonie

Zoom, Teams, Jitsi…

Aufgrund der Corona-Pandemie boomt die Videotelefonie. Während vor einigen Jahren noch „Skype“ den Markt beherrschte, gibt es mittlerweile zahlreiche Plattformen. Mit Abstand der größte Aufsteiger ist „Zoom“, dessen Nutzungszahlen sich seit Dezember verzwanzigfacht haben, auf 200 Millionen Personen pro Tag! Zoom hat viele Vorteile: Es ist sehr niederschwellig und einfach zu bedienen, läuft auch bei vielen TeilnehmerInnen meistens stabil und eine kostenlose Nutzung ist möglich. Bei der Nutzung von Zoom sollte jedoch immer darauf geachtet werden, dass die Konferenzen mit Passwort geschützt sind. Für den Schulbetrieb rät das Österreichische Bildungsministerium vom Einsatz der Software ab und empfiehlt statt dessen „Teams“ von Microsoft. 

Teams ist im Office 365 Paket enthalten (das ohnehin viele Schulen bereits nutzen) und wird momentan kostenfrei zur Verfügung gestellt. Nach einer gewissen Einarbeitungsphase bietet die Anwendung einige Vorteile: Nachdem der Host (meist die Lehrperson) den Chat verlässt, können Konferenzen weiter geführt werden, man kann Gruppen bilden und Dokumente teilen. 

Neben diesen beiden Angeboten stehen eine große Reihe an kostenfreien Open Source Programmen, etwa „Jitsi“, auf dem verschiedene weitere Anwendungen aufbauen. Hierbei ist Datenschutz oberster Wert, leider ist die Verbindung aber noch oft instabil.

 

Für die private Nutzung kommt man momentan kaum um Zoom herum, zahlreiche Angebote aus Bildung, Sport und Kultur wurden auf die Plattform verlagert. Sogar staatliche Behörden setzten zu Beginn der Corona-Restriktionen auf Zoom. Dafür wurden sie jedoch heftig kritisiert: Zu Unsicher sei die Plattform für sensible Daten. 

Bei der Auseinandersetzung mit dem Videotelefonie-Riesen stößt man auf dasselbe Dilemma wie bei Alphabet (Google), Facebook (mit WhatsApp, Instagram) und Co: Nichts ist gratis! Die Nutzung der Dienste zahlen wir mit unseren Daten. Wer komplett auf diese Plattformen verzichtet, kann aber an Vielem nicht teilhaben – zumindest so lange eine kritische Masse an Menschen weiterhin dabei bleibt. Deshalb lassen sich keine allgemein gültigen Empfehlungen aussprechen, aber das Bewusstsein für dieses Spannungsfeld ist wichtig, gerade für Kinder und Jugendliche! 

Wir freuen uns schon, wenn wir am A1 Internet für Alle Campus wieder unsere Pforten öffnen und kostenlose Schul-Workshops durchführen können – zu Datenschutz, Selbstdarstellung im Internet und vielen anderen wichtigen Themen. 

Bis dahin: Passen Sie auf sich (und Ihre Daten) auf!

 

Übersichten zu Videokonferenztools:

epicenter.works/content/videokonferenztools-von-open-source-bis-datenschutzdesaster

www.jugendarbeit.wien/jugendarbeit-trotz-corona-krise-aber-wie/

www.derstandard.at/story/2000116203521/videochat-ohne-datenspionage-freie-software-macht-es-moeglich

www.falter.at/zeitung/20200415/bereit-fuer-den-zoom-entzug--app-tipps-zur-sicheren-kommunikation-in-corona-zeiten/_57168ffcd0

 

Beiträge zu Zoom: 

www.zeit.de/digital/datenschutz/2020-04/zoom-videokonferenzdienst-probleme-mac-windows-computer/komplettansicht

www.eff.org/deeplinks/2020/04/harden-your-zoom-settings-protect-your-privacy-and-avoid-trolls

www.derstandard.at/story/2000116456630/videochat-warum-zoom-definitiv-keine-empfehlung-ist

www.falter.at/zeitung/20200414/nicht-ok-zoomer

 

Empfehlungen zu Datenschutz:

www.bmbwf.gv.at/Themen/schule/beratung/corona/corona_fl/corona_ds.html

www.saferinternet.at/themen/datenschutz/

 

 

 

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