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17.12.2019 | 

Marketing durch Influencer

Ein medienpädagogischer Kommentar zum Trendphänomen.

Was bedeutet Influencer eigentlich? Auf Wikipedia findet sich folgende Definition: „Als Influencer (von englisch to influence ‚beeinflussen‘) werden Personen bezeichnet, die aufgrund ihrer starken Präsenz und ihres hohen Ansehens in sozialen Netzwerken als Träger für Werbung und Vermarktung in Frage kommen (sogenanntes Influencer-Marketing).“

Immer mehr Unternehmen lassen ihre Produkte durch Social-Media Stars auf Instagram, Youtube oder ähnlichen Kanälen bewerben. Influencer verdienen damit gutes Geld und Unternehmen setzen ihre Produkte um. Klingt nach einer Win-Win Situation. Doch was bedingt den großen Erfolg dieser Werbeform? Und ist das Phänomen tatsächlich durchwegs positiv?

Obwohl eine allgemeine Kennzeichnungspflicht für Werbung besteht und der Österreichische Werberat daran appelliert an Kinder gerichtete Werbung besonders zu kennzeichnen, „sodass jede Verwechslung mit einem Teil des Programms bzw. einem redaktionellen Beitrag ausgeschlossen ist“ (Quelle: www.werberat.at/show_99.aspx) sind Produktplatzierungen und andere Werbemaßnahmen in Influencer-Beiträgen nicht immer deutlich erkenntlich.

Es ist daher wichtig, Kindern und Jugendlichen klar zu machen, dass die Botschaften ihrer Social-Media-Vorbilder - trotz scheinbarer Authentizität - in vielen Fällen schlicht und einfach Werbung sind.

 

Doch was kann man tun, wenn Kinder/Jugendliche exzessiv Influencer-Beiträge konsumieren?

Eine gute Möglichkeit ist, die neuesten Posts der Lieblings-Influencer gemeinsam anzusehen und über das Gesehene zu reflektieren. Vielleicht lässt sich Sie auch das Spektrum der Vorbilder erweitern. Es gibt viele Internet-Stars, die interessante Dinge präsentieren, ohne primär ein kommerzielles Interesse zu verfolgen. Am Ende gilt es geduldig zu sein: Die starke Faszination für Vorbilder ist eine wichtige Phase der Persönlichkeitsentwicklung. Dass Eltern und Lehrpersonen nicht immer gut finden, wen oder was die Jugendlichen bewundern, ist dabei auch normal. Oder gab es in Ihrer Jugend nichts und niemanden, das Sie bewunderten, obwohl Ihre Eltern es ganz schrecklich fanden?

 

Weiterführende Links und Informationen:

Dieser Artikel bietet eine gute Einführung ins Thema Influencer:
www.codingkids.de/wissen/was-bitteschoen-sind-eigentlich-diese-influencer

 

Hier gibt es ausführlichere Infos zum Phänomen:

www.medienkraft.at/influencer-marketing/

 

Diese lesenswerte wissenschaftliche Arbeit liefert Daten, Fakten und Fallbeispiele zum Thema „Wahrnehmung von Influencer Werbung“:

www.medienpaedagogik.uni-mainz.de/files/2018/10/Bachelorthesis-Wahrnehmung-Influencer-Marketing-SoSe-20182c-PDF-Version.pdf

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