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03.06.2019 | 

Making mit Kindern und Jugendlichen 1/2

Der neue Trend in der Bildungsarbeit

Der Begriff „Making“ ist aus der Medienbildung nicht mehr wegzudenken. „To make“ bedeutet „Machen“ oder „Herstellen“. Meist ist mit Making eine besondere Art des Machens gemeint, nämlich das Selbermachen von Produkten, die Kreativität, Innovation und Technologie vereinen. Offene Werkstätten, sogenannte Makerspaces oder Fablabs, gewähren Interessierten kostengünstigen Zugang zu professionellen Geräten. Diese Demokratisierung der Produktionsverfahren ermöglicht ihnen Präzision in der Entwicklung und Herstellung von allerlei Produkten und macht es auch für Hobbykünstler, Handwerkerinnen oder Neue Selbstständige möglich, professionell anmutende Produkte zu erzeugen. Bewährte Produktionsschritte und gewonnene Erkenntnisse werden oft im Internet publiziert und anderen Interessierten zugänglich gemacht. Open Source, Sharing Knowledge und Schwarmintelligenz sind wichtige Prinzipien der Making Kultur. So wird aus Do-It-Yourself (DIY) Do-It-Together (DIT) und Kollaboration und Kommunikation ergänzen Kreativität und technisches Know-How.

Making kann ganz ohne Elektronik auskommen, einfache Schaltkreise, Motoren und/oder Sensoren einbeziehen oder die Programmierung komplexer Industriemaschinen bedeuten. Das Spektrum an Techniken und Projekten ist riesig und bietet auch für die Bildungsarbeit viel Potential. In diesem Blogbeitrag wollen wir einige interessante Projekte und Techniken vorstellen, die auch für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen inspirierend sein könnten. Ein weiterer Artikel wird dann auf unsere Making-Aktivitäten am A1 Internet für Alle Campus eingehen und hilfreiche Links für die Entwicklung von eigenen Projekten bereitstellen.

Hier eine Übersicht zu empfehlenswerten Making-Projekten, ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Das millionenfach aufgerufene Video „Caine‘s Arcade“ inspirierte weltweit zahlreiche Karton-Bastel-Projekte: youtu.be/faIFNkdq96U

Die magnetisch aneinander zu steckenden littleBits bieten einen Baukasten für einfache Elektronikanwendungen, mit Sensoren, Schaltern und Anzeigen: littlebits.cc

Für einfache Schaltkreise zum Selber-Löten sind Leuchtdioden sehr beliebt, etwa für Blinkbroschen (projekte.medienzentrum.at/making/) oder Postkarten (www.exploratorium.edu/sites/default/files/tinkering/files/Instructions/paper_circuits.pdf).

Auch kleine Motoren können verwendet werden, um einfache Roboter zu bauen, z.B. die hierzulande beliebten Zahnbürstenroboter (www.wunderwuzzi.at/zahnbuerstenroboter/) oder mobile Kritzelmaschinen (www.makerspaces.com/how-to-make-an-art-bot/).

Erweitert man den Handlungsspielraum und beginnt zu programmieren, eröffnen sich viele Möglichkeiten: Arduino (www.arduino.cc), RasperryPi (www.raspberrypi.org) und micro:bits (microbit.org/de/) sind simple Mini-Computer, für die man zahlreiche Funktionen programmieren und für schier unendlich viele Zwecke einsetzen kann.

Ein wichtiger Teilbereich der Maker-Kultur ist der Umgang mit computergesteuerten Werkzeugen wie 3D-Drucker, Vinyl Plotter (Schneidemaschinen), Laser-Cutter oder CNC-Fräsen, die sich meist in FabLabs oder Makerspaces befinden.

Für 3D-Druck geeignete Modelle lassen sich gut im webbasierten Programm Tinkercad (www.tinkercad.com) realisieren, im Thingiverse gibt es zahlreiche bereits designte Druckvorlagen (www.thingiverse.com).  Tinkercad lässt sich auch mit Codeblocks verbinden, so kann man in blockbasierter Programmiersprache 3D Modelle gestalten. (www.tinkercad.com/learn/codeblocks)

Eine spannende Verbindung von kreativer Gestaltung und Code bietet auch das Programm Turtle Stitch (www.turtlestitch.org). Durch Code (oder Zeichnungen) generierte Stickmuster lassen hierbei sich auf Stickmaschinen übertragen und Textilien individuell besticken. Am A1 Töchtertag konnten rund 50 Mädchen und junge Frauen diese innovative Technik erproben!

Mit Vinyl Plottern oder Foliencuttern können verschiedene Folien präzise zugeschnitten werden. Die Ergebnisse können, je nach zugeschnittenem Material, auf Oberflächen oder Textilien appliziert werden. In manchen Fällen sind in den Plottern auch Halterungen integriert, mit denen Stifte über die Oberflächen gelenkt werden können. (projekte.medienzentrum.at/making/)

 

Weil das Thema Making so umfangreich ist, widmen wir ihm gleich zwei Blog-Einträge! Der zweite Teil dieses Artikels beschreibt die Making-Workshops am A1 Internet für alle Campus und bietet viele weiterführende Links und Projektideen ­– Fortsetzung folgt! J

 

Tags:
» #Basteln  » #DigiKomp  » #DIY #Kinder  » #Jugendliche  » #Making  » #Tinkering 
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