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17.10.2019 | 

Computer Wellness 2/2

Digitale Methoden zur Bewegungsförderung

Wie im letzten Beitrag des Schwerpunktes „Bewegung“ angekündigt, stellen wir nun verschiedene digitale Tools vor, die aus dem „digitalen Stillstand“ heraushelfen können. Gaming ist bei vielen Kindern ein essenzieller Bestandteil ihrer Freizeitgestaltung und kann deshalb Anreize für Bewegung schaffen. Im Folgenden zeigen wir ein paar Kategorien und Tools auf, die sich für die spielerische Bewegungsförderung gut eignen.

 

1.

Interaktive Bewegungsspiele (z.B. Wii- Konsole, PlayStation Move oder die Kinect-Kamera für die Xbox) können zu dynamischem „Zocken“ animieren. Sehr beliebt sind hierbei Tanzspiele, bei welchen die Bewegungen vom Bildschirm nachgeahmt werden müssen. Außerdem gibt es viele Spiele, bei denen verschiedene Sportarten simuliert werden. Bei der Wii-Konsole wird die Übertragung der Bewegung nur über den Controller in der Hand gesteuert, bei der Kinect-Konsole wird der Körper als Ganzes optisch erfasst. Die interaktiven Bewegungsspiele machen oft viel Spaß und verleiten erfolgreich zu sportlicher Betätigung. Allerdings decken die Funktionen natürlich nicht das gesamte Bewegungsspektrum ab. Seit 2017 wird die Kinect Funktion auf der neuen X-Box One S nicht mehr unterstützt, sie können deshalb nur mit älteren Modellen gespielt werden.

 

2.

„Trink mehr Wasser!“, „Dein letztes Training liegt 1 Tag zurück.“, „Bleib dran!“. Diese motivierenden Sätze und Mahnungen kommen nicht von den Eltern sondern vom Smartphone. Self-Tracking Apps erfassen Lebensgewohnheiten und können mithilfe von „Wearables“ Faktoren wir Pulsschlag, Schrittanzahl oder Körperfettgehalt messen. Tracking-Apps sind ein großer Trend und können als Motivator für vermehrte Bewegung dienen. Kinder & Jugendliche können sich dadurch allerdings unter Druck gesetzt fühlen oder schnell wieder die Motivation an der Bewegung verlieren. Jedenfalls wäre es kontraproduktiv, wenn Bewegung nur aus Zwang ausgeübt wird.

Für den Schutz von privaten (gesundheitlichen) Daten können Trackingfunktionen problematisch sein. Fitness Apps ohne Trackingfunktion oder Online Fitnessprogramme, etwa speziell für Kinder ausgewählte YouTube Kanäle, können Spaß an der Bewegung vermitteln, auch ohne persönliche Daten aufzuzeichnen.

 

3.

Augmented Reality Spiele und Geolokalisierungsspiele holen viele Kinder aus ihrer (digitalen) Spielrealität ab.  Bei vielen der AR Games handelt es sich um Ego-Shooter, die auf die reale Umgebung übertragen werden. Im Gegensatz dazu gibt es jedoch auch friedlichere Varianten. Das Geolokalisationsspiel „Pokemon GO“ basiert auf realen Weltkarten und Standorten, es ermöglicht auch in der realen Welt die Jagd auf die kleinen Monster. Bei dem Nachfolgespiel „Wizards Unite“ ist die Aufgabe nun, magische Gegenstände und Zauberwesen einzusammeln und von der menschlichen Muggle-Welt zurück in die Zauberwelt von Harry Potter zu bringen. Um zu vermeiden, dass der ständige Blick aufs Handy die Sicherheit im Verkehr gefährdet, kann beispielsweise die Vibrationsfunktion der App einfach melden, wenn in der Nähe ein Pokémon oder Hinweis auftaucht.

Bei Geocaching (Geocaching für Android und Geocaching für iOS) oder Actionbound (de.actionbound.com) handelt es sich um eine digitale Schnitzeljagd - Smartphone- und Tablet-Rallyes. Actionbound ermöglicht die Erstellung interaktiver Schnitzeljagden für mobile Endgeräte, in die unterschiedliche mediale Elemente (Bilder, Videos, Maps, QR-Codes etc.) eingebaut werden können.

 

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, mithilfe digitaler Tools die Bewegung von Kindern spielerisch und lustvoll zu fördern. Die meisten Methoden betten die Bewegungsanreize in einen narrativen Rahmen ein und wirken dadurch motivierend. Gerade weil diese Settings von den Mühen der Bewegung ablenken, ist es besonders wichtig darauf zu achten, beim „Spielen“ die eigene Körperwahrnehmung nicht aus dem Fokus der Aufmerksamkeit zu verlieren. Die vorgestellten Herangehensweisen eignen sich gut als Ergänzung zu einem ausgewogenen Bewegungsprogramm. Bewegung ist gerade für Kinder sehr wichtig, jeder zusätzliche Anreiz dafür ist begrüßenswert. Außerdem machen viele digitale Bewegungs-Spiele wirklich sehr viel Spaß. Und Spaß ist ja bekanntlich auch gesund!

 

Um verschiedene digitale Bewegungsspiele einfach mal zu testen oder die Neuesten kennen zu lernen, bietet die GameCity vom 18.–20. Oktober 2019 im Rathaus dazu Gelegenheit. Im Rahmen des Nachmittagsbetriebes am A1 Internet für Alle Campus können Kinder im digitalem Freiraum eine Reihe an Bewegungsspielen (u.a. Just Dance, Rush, Kinectimals) mit der X-Box gemeinsam spielen!

 

Links:

Konsolen, die Bewegungen aufnehmen und interpretieren sind für viele Bewegungsspiele essentiell. (siehe Punkt 1) Oft haben sie jedoch umfassende Funktionen von Überwachungs- und Biometriegeräten, die nicht deaktiviert werden können. Hier einige Infos zu Pro & Kontra von Kinect:

 

futurezone.at/produkte/xbox-kinect-totale-kontrolle-ohne-ausweg/24.597.542

www.in-form.de/in-form/experten/computergestuetze-bewegungsspiele/

 

Näheres zu Selftracking:

www.saferinternet.at/news-detail/self-tracking-die-vermessung-der-eigenen-welt/

www.abenteuer-medien.de/self-tracking/

 

Information zu Fitness- und Gesundheits-Apps für Kinder:

hans-bredow-institut.de/uploads/media/Publikationen/cms/media/hyn6at4_43HealthApps4Kids.pdf

 

www.commonsense.org/education/top-picks/best-nutrition-health-and-fitness-apps-for-kids

 

Hinweise zu Pokemon Go:

www.rataufdraht.at/eltern/pokemon-go und www.saferinternet.at/news-detail/nur-mal-schnell-hogwarts-retten/

 

Actionbound: Hintergrundwissen und Anleitung

lehrerfortbildung-bw.de/st_digital/tablet/fortbildungen/tablet2/02-lernstationen/s08-gpsrallye/06-docs/08-GPS-Anleitung.pdf

 

Im Rahmen der Game City findet auch die Frog-Konferenz (Future and Reality of Gaming) statt. Hier gibt es neben anderen spannenden Keynotes einen Impulsvortrag zu Pokemon Go:

www.frogvienna.at

 

 

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